Ratgeber Planung
Welche PV-Anlagengrösse brauche ich?
Die richtige Grösse einer Photovoltaikanlage hängt von drei Dingen ab: der nutzbaren Dachfläche, Ihrem heutigen und künftigen Stromverbrauch und den Förder- und Tarifgrenzen. Mit einigen Faustregeln können Sie die passende Leistung in kWp selbst abschätzen, bevor Sie Offerten einholen.
Die drei Faustregeln für die Anlagengrösse
Die Leistung einer Photovoltaikanlage wird in Kilowatt-Peak (kWp) angegeben, also der Leistung unter Standard-Testbedingungen. Für eine erste Planung genügen drei Kennzahlen, die für das Schweizer Mittelland und damit auch für den Kanton Zürich gelten.
1. Flächenbedarf: rund 5 m² pro kWp
Ein kWp benötigt mit heutigen Modulen etwa 5 m² Dachfläche. Ein Dach mit 50 m² gut nutzbarer Fläche reicht also für rund 10 kWp. Abzuziehen sind Randabstände, Dachfenster, Kamine und verschattete Bereiche. Auf sonnendach.ch sehen Sie für Ihr Gebäude, welche Dachflächen gut geeignet sind.
2. Ertrag: rund 900 bis 1'100 kWh pro kWp
Im Mittelland liefert ein kWp je nach Ausrichtung, Neigung und Verschattung etwa 900 bis 1'100 kWh pro Jahr. Bezogen auf die Fläche sind das laut AWEL rund 180 kWh pro m² Modulfläche. Süddächer liegen eher am oberen, Ost-West-Dächer eher am unteren Ende, produzieren dafür gleichmässiger über den Tag.
3. Verbrauch: heute und in zehn Jahren
Ein typischer Haushalt im Referenzprofil H4 verbraucht rund 4'500 kWh pro Jahr. Mit Wärmepumpe oder E-Auto steigt der Verbrauch deutlich. Planen Sie die Anlage für die nächsten 25 bis 30 Jahre, nicht nur für den heutigen Zustand.
Anlagengrösse, Fläche und Jahresertrag
Die Tabelle zeigt, welche Fläche und welchen Ertrag Sie bei verschiedenen Anlagengrössen erwarten können.
Individuelle Offerte erhalten5 kWp
ca. 25 m² Dachfläche
ca. 4'500–5'500 kWh/Jahr
8 kWp
ca. 40 m² Dachfläche
ca. 7'200–8'800 kWh/Jahr
10 kWp
ca. 50 m² Dachfläche
ca. 9'000–11'000 kWh/Jahr
15 kWp
ca. 75 m² Dachfläche
ca. 13'500–16'500 kWh/Jahr
30 kWp
ca. 150 m² Dachfläche
ca. 27'000–33'000 kWh/Jahr
100 kWp
ca. 500 m² Dachfläche
ca. 90'000–110'000 kWh/Jahr
Faustregeln: 1 kWp ≈ 5 m², 900–1'100 kWh pro kWp und Jahr. Ihr Fachbetrieb berechnet den Ertrag für Ihr Dach genau.
Dach voll belegen oder nach Verbrauch planen?
Früher galt die Regel, die Anlage am Verbrauch auszurichten. Heute spricht vieles dafür, das geeignete Dach möglichst vollständig zu nutzen. Der Grund liegt in den Kosten: Laut BFE-Preisbeobachtung kosten kleine Anlagen von 2 bis 10 kW im Median rund CHF 2'200 bis 2'500 pro kW, Anlagen von 10 bis 30 kW nur noch rund CHF 1'700 bis 1'900 pro kW (exkl. MwSt). Gerüst, Planung und Netzanschluss fallen ohnehin an.
Beispiel: Eine Anlage mit 8 kWp kostet nach diesen Medianen rund CHF 17'600 bis 20'000, eine mit 15 kWp rund CHF 25'500 bis 28'500. Fast doppelt so viel Leistung kostet also nur rund 40 bis 45 Prozent mehr. Die Einmalvergütung steigt mit der Leistung mit: rund CHF 2'880 bei 8 kWp und rund CHF 5'400 bei 15 kWp (je CHF 360 pro kW, angebaut).
Der Haken: Eine grössere Anlage speist anteilig mehr Strom ein, und die Einspeisung bringt seit 2026 nur rund 6 bis 13 Rp./kWh. Der Eigenverbrauchsanteil sinkt, die absolute Menge an selbst genutztem Strom bleibt aber ähnlich oder steigt. Mit Wärmepumpe, E-Auto oder einem Batteriespeicher lässt sich der Überschuss besser nutzen. Die Wirtschaftlichkeitsrechnung dazu finden Sie unter Lohnt sich Photovoltaik in der Schweiz?, die Preise unter Was kostet eine Photovoltaikanlage in Zürich?.
Grenzwerte, die die Grösse beeinflussen
Bei bestimmten Leistungen ändern sich Förderung, Vergütung und Verfahren. Es lohnt sich, diese Schwellen bei der Planung zu kennen.
Individuelle Offerte erhalten2 kW
Untergrenze für die Pronovo-Einmalvergütung (KLEIV)
ab 2 kW
bis 30 kW
Leistungsbeitrag angebaut laut Branchenquellen
ca. CHF 360/kW
30–100 kW
Leistungsbeitrag angebaut für diesen Anteil
ca. CHF 300/kW
unter 30 kW
Minimalvergütung Rücklieferung
6,00 Rp./kWh
30–150 kW mit Eigenverbrauch
Minimalvergütung abgestuft: 180 ÷ Leistung in kW
6,0 bis 1,2 Rp./kWh
ab 100 kW
GREIV: Gesuch vor Baubeginn; Winterstrombonus möglich
Förderzusage abwarten
Aktuelle Ansätze mit dem Tarifrechner von Pronovo prüfen.
Rechenbeispiele aus der Praxis
Einfamilienhaus mit 60 m² Süddach
60 m² geteilt durch 5 m² ergibt rund 12 kWp. Der Jahresertrag liegt bei etwa 10'800 bis 13'200 kWh, also beim Zwei- bis Dreifachen eines Haushaltsverbrauchs von 4'500 kWh. Ohne grosse Verbraucher wird ein erheblicher Teil eingespeist. Kommt in den nächsten Jahren eine Wärmepumpe oder ein E-Auto dazu, ist die volle Belegung trotzdem sinnvoll. Mehr zur Kombination unter Photovoltaik und Wärmepumpe kombinieren.
Gewerbedach knapp über 30 kW
Eine Anlage mit 32 kWp erhält für die ersten 30 kW rund 30 × CHF 360 = CHF 10'800 und für die weiteren 2 kW rund 2 × CHF 300 = CHF 600 Einmalvergütung. Bei der Rücklieferung sinkt die Minimalvergütung mit Eigenverbrauch auf 180 ÷ 32 = rund 5,6 Rp./kWh. Bei 50 kWp wären es nur noch 3,6 Rp./kWh. Für Betriebe mit hohem Tagesverbrauch ist das kein Problem, für reine Einspeiser schon. Mehr dazu im Ratgeber Photovoltaik für Gewerbe.
Neubau mit 200 m² Energiebezugsfläche
Im Kanton Zürich müssen Neubauten seit 1.9.2022 mindestens 10 W pro m² Energiebezugsfläche selbst erzeugen. Bei 200 m² sind das 2 kW als Minimum. Wirtschaftlich sinnvoller ist in den meisten Fällen eine deutlich grössere Anlage.
Checkliste zur Grössenplanung
Sonderfälle: Flachdach, Mehrfamilienhaus und Region
Auf Flachdächern hängt die mögliche Leistung stark von der Aufständerung ab. Ost-West-Systeme bringen mehr kWp auf dieselbe Fläche als nach Süden aufgeständerte Reihen, die Abstand brauchen. Details erklärt Photovoltaik auf Flachdächern. Bei Mehrfamilienhäusern bestimmt oft der Verbrauch aller Parteien die sinnvolle Grösse, siehe Photovoltaik auf Mehrfamilienhäusern.
Auch die Region spielt mit. Im Zürcher Unterland stehen viele grosse Gewerbe- und Logistikdächer, bei denen schnell die 100-kW-Grenze erreicht ist, siehe Photovoltaik Zürcher Unterland. In Winterthur fördert Stadtwerk Winterthur Anlagen unter 30 kWp mit 50 Prozent Zuschlag auf die Einmalvergütung, ab 30 kWp mit CHF 200 bzw. 100 pro kWp. Wer knapp über 30 kWp liegt, sollte beide Varianten durchrechnen lassen.
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FAQ
Häufige Fragen
Wie viel kWp brauche ich für ein Einfamilienhaus?
Häufig sind es 8 bis 15 kWp. Entscheidend sind die geeignete Dachfläche (rund 5 m² pro kWp) und ob Wärmepumpe oder E-Auto vorhanden sind oder geplant werden.
Wie viel Strom produziert eine 10-kWp-Anlage im Kanton Zürich?
Als Richtwert rund 9'000 bis 11'000 kWh pro Jahr, je nach Ausrichtung, Neigung und Verschattung.
Soll ich das Dach voll belegen?
Oft ja, weil grössere Anlagen pro kWp günstiger sind. Der Eigenverbrauchsanteil sinkt zwar, mit flexiblen Verbrauchern lässt sich der Überschuss aber besser nutzen.
Was ändert sich ab 30 kW?
Der Leistungsbeitrag für den Anteil über 30 kW sinkt auf rund CHF 300 pro kW (angebaut), und die Minimalvergütung für Rücklieferung wird mit Eigenverbrauch abgestuft.
Kann ich die Anlage später erweitern?
Technisch ist das oft möglich, aber meist teurer als eine Gesamtplanung. Gerüst und Netzanschluss fallen erneut an, und passende Module sind später nicht immer erhältlich.
Wie gross muss eine Anlage beim Neubau mindestens sein?
Im Kanton Zürich mindestens 10 W pro m² Energiebezugsfläche, also 2 kW bei 200 m².
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Weiterführende Seiten
Quellen (Stand Oktober 2026): BFE: Sonnendach.ch · Pronovo: Förderung Photovoltaik · Swissolar: Was gilt neu ab 2026 · Kanton Zürich: Energie. Tarife und Förderprogramme können ändern; massgebend sind die Angaben der jeweiligen Stelle.
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