Ratgeber Heizen mit Solarstrom
Photovoltaik und Wärmepumpe kombinieren
Eine Wärmepumpe braucht Strom, eine Photovoltaikanlage liefert ihn. Die Kombination senkt Heizkosten und erhöht den Eigenverbrauch, hat aber eine saisonale Tücke. Dieser Ratgeber zeigt, wie Sie beide Systeme im Kanton Zürich sinnvoll aufeinander abstimmen und welche Förderbeiträge Sie nutzen können.
Heizkostenrechner
Heizkosten vergleichen: Öl, Gas oder Wärmepumpe?
Vergleichen Sie jährliche Kosten, Investition, kantonale Förderung und CO₂ verschiedener Heizsysteme. Mit eigener Solaranlage rechnet der Rechner den günstigeren Solarstrom für die Wärmepumpe automatisch ein.
Warum PV und Wärmepumpe gut zusammenpassen
Ohne grosse Verbraucher nutzt ein Haushalt typischerweise nur rund 20 bis 35 Prozent seines Solarstroms selbst. Der Rest wird eingespeist, und dafür gibt es seit 2026 je nach Versorger nur rund 6 bis 13 Rp./kWh. Eine Wärmepumpe ist ein grosser, steuerbarer Verbraucher. Sie kann einen Teil des Solarstroms direkt in Wärme umwandeln und in einem Warmwasser- oder Pufferspeicher zwischenlagern. Damit steigt der Eigenverbrauch deutlich.
Finanziell ist das attraktiv, weil jede selbst genutzte Kilowattstunde den Bezugspreis von rund 24 bis 30 Rp./kWh spart. Wie gross dieser Effekt im Vergleich zu einem Batteriespeicher ist, erklärt der Ratgeber Photovoltaik mit Batteriespeicher. Die allgemeinen Strategien finden Sie unter Eigenverbrauch optimieren. Eine gemeinsame Offerte für beide Systeme erstellen Sie unter Photovoltaik mit Wärmepumpe: Offerte.
Die saisonale Tücke
Eine Wärmepumpe braucht den grössten Teil ihres Stroms im Winter, wenn die PV-Anlage am wenigsten produziert. Im Sommer ist dagegen viel Solarstrom vorhanden, aber geheizt wird nicht. Realistisch deckt die PV-Anlage deshalb vor allem das Warmwasser übers Jahr, die Heizung in der Übergangszeit und an sonnigen Wintertagen. In der Nebelzeit im Mittelland bleibt der Netzbezug hoch. Eine Wärmepumpe macht ein Haus also nicht autark, sie macht die PV-Anlage aber deutlich wirtschaftlicher.
Förderung im Kanton Zürich 2026
Der Kanton Zürich fördert Photovoltaik nicht direkt, wohl aber Wärmepumpen und Gebäudedämmung. In Kombination mit einer Dämmung gibt es auch einen Zusatzbeitrag für PV.
Individuelle Offerte erhaltenLuft/Wasser-Wärmepumpe bis 15 kWth
darüber + CHF 160 pro kWth
CHF 2'900
Sole/Wasser bzw. Wasser/Wasser bis 15 kWth
darüber + CHF 420 pro kWth
CHF 6'800
Wärmedämmung
pro m² gedämmte Fläche
CHF 40/m²
PV-Zusatzbeitrag
nur bei gleichzeitiger Dämmung, pro m² Modulfläche
CHF 20/m²
Pronovo-Einmalvergütung PV
angebaut bis 30 kW, laut Branchenquellen
ca. CHF 360/kW
Quelle: Förderprogramm Kanton Zürich 2026 (zh.ch) und Pronovo. Bedingungen und Fristen vor Auftragsvergabe prüfen.
Rechenbeispiele: Förderung für Heizungsersatz mit PV
Beispiel 1, Luft/Wasser-Wärmepumpe mit 12 kWth plus PV-Anlage 10 kWp: Für die Wärmepumpe gibt es CHF 2'900 vom Kanton. Für die PV-Anlage erhalten Sie rund 10 × CHF 360 = CHF 3'600 Einmalvergütung vom Bund. Zusammen rund CHF 6'500.
Beispiel 2, Erdsonden-Wärmepumpe (Sole/Wasser) mit 18 kWth: CHF 6'800 für die ersten 15 kWth plus 3 × CHF 420 = CHF 1'260, zusammen CHF 8'060. Eine Luft/Wasser-Wärmepumpe gleicher Leistung käme auf CHF 2'900 plus 3 × CHF 160 = CHF 3'380.
Beispiel 3, Gesamtsanierung mit Dämmung: Wird gleichzeitig das Dach gedämmt, gibt es pro m² Dämmfläche CHF 40 und pro m² Modulfläche zusätzlich CHF 20. Eine Anlage mit 10 kWp belegt nach der Faustregel von 5 m² pro kWp rund 50 m² Modulfläche. Das ergibt CHF 1'000 Zusatzbeitrag, zusätzlich zur Einmalvergütung. Bei 150 m² Dämmfläche kommen CHF 6'000 für die Dämmung hinzu.
Die Übersicht aller Programme von Bund, Kanton und Gemeinden finden Sie im Ratgeber Photovoltaik Förderung Zürich.
Was jede selbst genutzte Kilowattstunde wert ist
Der Nutzen der Kombination lässt sich einfach abschätzen: Jede Kilowattstunde, welche die Wärmepumpe mit Solarstrom statt mit Netzstrom bezieht, spart die Differenz zwischen Bezugspreis und Rückliefervergütung. Im EKZ-Gebiet sind das 24,1 minus 6,0 Rp., also rund 18 Rp./kWh. In Winterthur mit 30,5 Rp. Bezugspreis und 10 Rp. Sommertarif sind es rund 20 Rp./kWh.
Gelingt es, pro Jahr 1'000 kWh mehr Solarstrom in die Wärmepumpe zu lenken, verbessert sich die Rechnung im EKZ-Gebiet um rund CHF 181 und in Winterthur um rund CHF 205. Bei 2'000 kWh entsprechend um rund CHF 362 bzw. CHF 410 pro Jahr, und das ohne Batteriespeicher. Wie sich das auf die Amortisation auswirkt, zeigt Lohnt sich Photovoltaik in der Schweiz?.
Checkliste: So stimmen Sie PV und Wärmepumpe ab
Mehr Winterstrom: Anlagengrösse, Ausrichtung und Fassade
Wer eine Wärmepumpe betreibt, sollte die PV-Anlage nicht nur am heutigen Haushaltsverbrauch ausrichten. Ein vollständig belegtes Dach liefert auch im Winter mehr Strom und ist pro kWp günstiger. Wie Sie die Grösse bestimmen, erklärt Welche PV-Anlagengrösse brauche ich?.
Steile Flächen und Fassaden produzieren im Winter verhältnismässig viel, weil die tiefstehende Sonne fast senkrecht auf die Module trifft und Schnee schneller abrutscht oder gar nicht liegen bleibt. Seit 1.1.2025 gibt es für Anlagen mit einem Neigungswinkel ab 75 Grad einen Bonus: CHF 200 pro kW für angebaute und CHF 400 pro kW für integrierte Anlagen. Eine angebaute Fassadenanlage mit 5 kW erhält damit rund 5 × CHF 360 plus 5 × CHF 200, zusammen rund CHF 2'800 Einmalvergütung. Das Potenzial Ihrer Fassade zeigt sonnenfassade.ch.
In Höhenlagen über der Nebelgrenze, etwa im Zürcher Oberland Richtung Bachtel, ist die Winterproduktion teils deutlich besser als im Mittelland. Mehr dazu im Ratgeber Solaranlage im Zürcher Oberland und auf der Regionsseite Photovoltaik Zürcher Oberland. Für Projekte in der Bezirkshauptstadt lohnt auch ein Blick auf Photovoltaik Uster, wo der Ökofonds von Energie Uster PV und Speicher unterstützt.
Die richtige Reihenfolge beim Heizungsersatz
01
Gebäude analysieren
Klären Sie Wärmebedarf und Dämmzustand. Eine Dämmung senkt die nötige Wärmepumpenleistung und löst den PV-Zusatzbeitrag aus.
02
Wärmepumpe und PV gemeinsam planen
Lassen Sie Schnittstellen, Speicher und Steuerung von Anfang an aufeinander abstimmen.
03
Förderung sichern
Prüfen Sie, ob kantonale und kommunale Gesuche vor Baubeginn nötig sind. Die Pronovo-Einmalvergütung beantragen Sie erst nach Inbetriebnahme.
04
Betrieb optimieren
Werten Sie nach dem ersten Jahr Eigenverbrauch und Netzbezug aus und passen Sie die Steuerung an.
Neubau: Eigenstrom ist Pflicht
Wer im Kanton Zürich neu baut, muss seit 1.9.2022 einen Teil des Stroms selbst erzeugen: mindestens 10 W pro m² Energiebezugsfläche (§ 10c EnerG). Bei 200 m² Energiebezugsfläche sind das mindestens 2 kW. In Kombination mit einer Wärmepumpe ist eine deutlich grössere Anlage meist sinnvoll, damit ein relevanter Teil des Heiz- und Warmwasserstroms vom eigenen Dach kommt. Was das kostet, zeigt Was kostet eine Photovoltaikanlage in Zürich?.
Ihre persönliche Photovoltaik-Offerte
Beantworten Sie einige kurze Fragen – dauert ca. 2 Minuten.
FAQ
Häufige Fragen
Kann eine PV-Anlage eine Wärmepumpe ganzjährig versorgen?
Nein, im Winter produziert die Anlage zu wenig. Sie deckt aber einen grossen Teil des Warmwassers und der Übergangszeit und erhöht den Eigenverbrauch deutlich.
Wie viel Förderung gibt es im Kanton Zürich für eine Wärmepumpe?
2026 gibt es für Luft/Wasser-Wärmepumpen bis 15 kWth CHF 2'900, für Sole/Wasser- oder Wasser/Wasser-Wärmepumpen bis 15 kWth CHF 6'800, jeweils plus Zuschlag pro kWth darüber.
Fördert der Kanton Zürich auch die PV-Anlage?
Nicht direkt. Nur bei gleichzeitiger Dämmung gibt es einen Zusatzbeitrag von CHF 20 pro m² Modulfläche. Für die PV-Anlage selbst gibt es die Einmalvergütung von Pronovo.
Brauche ich zusätzlich einen Batteriespeicher?
Nicht zwingend. Warmwasser- und Pufferspeicher der Wärmepumpe wirken als günstiger thermischer Speicher. Ein Batteriespeicher kann ergänzen, ist aber teurer.
Was bedeutet SG-Ready?
SG-Ready ist eine verbreitete Schnittstelle, über die eine Wärmepumpe Signale zum Beispiel bei Solarstrom-Überschuss erhält und dann gezielt mehr Wärme erzeugt.
Sollte ich die PV-Anlage wegen der Wärmepumpe grösser planen?
In der Regel ja. Der Strombedarf steigt, und grössere Anlagen sind pro kWp günstiger.
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Weiterführende Seiten
Quellen (Stand Oktober 2026): Kanton Zürich: Energieförderprogramm · Pronovo: Förderung Photovoltaik · Swissolar: PV-Förderung · BFE: Sonnendach.ch. Tarife und Förderprogramme können ändern; massgebend sind die Angaben der jeweiligen Stelle.
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